Hilfe, Hilfe...
Das Arbeitsamt macht mich fertig
Für mich es es immer noch ein Amt, äußerst schwerfällig und indiffernt ihren "Kunden", also ihren Brötchengebern! gegenüber.
Obwohl sie wissen, dass ich in 5 Wochen eine Abschlussklausur an der UNI habe und in 7 Wochen beim Gesundheitsamt mich einer Erlaubnisprüfung für Psychotherapie unterziehe (teure Prüfungsgebühren auf meine Kosten, von denen ich gar nicht mehr zurücktreten kann, selbst wenn ich das wollte!!), wollen sie mich mit Gewalt noch kurz vorher -
also im Prüfungs-Endspurtlernen - noch irgendwo, vorzugsweise 40 Stunden, unterbringen...
Eigeninitiative bezüglich Qualifikationsverbesserung wird belohnt? Wohl kaum.Das schlägt dem Fass den Boden aus, diese Kurzsichtigkeit. Denn sollte ich tatsächlich einen Arbeitsvertrag kriegen und mich eine Firma direkt einstellen, befristet oder unbefristet, so weiß heutzutage niemand mehr, was schon die nahe Zukunft zu bringen vermag.
Und wer mehr Qualifikationen nachweisen kann, ist leichter wieder unterzubringen. Aber soweit denkt das Arbeitsamt nicht, will lieber kurzfristig eine hübschere Statistik und Erfolge vorweisen.
Aber man darf sich KUNDE nennen!Ich hoffe bloss, ich kann mit Cleverness noch mein Endspurtlernen wenigstens durchziehen.
Dabei tat mir dieser neue Arbeitsvermittler Anfang dieser Woche noch so verständig und freundlich, aber eben falsch ins Gesicht. Zwei Tage später lagen mehrere Pflichtbewerbungen in meinem Briefkasten und nix Teilzeitarbeit, wie versprochen. Ich soll nunmehr 40 Stunden Zwangsarbeit leisten, damit ich mit einem Stundenlohn von vielleicht 6,- bis 7,- Euro auch ja meine Miete davon bezahlen kann und mein Essen...
ZWANGSARBEITAls Zwangsarbeit wird eine Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe oder eines sonstigen empfindlichen Übels, gegen seinen Willen, gezwungen wird. Sie ist – mit verschwimmenden Übergängen – die schärfste Form der Arbeitspflicht.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definierte 1930 in Art. 2 Abs. 1 des Übereinkommens über Zwangs- und Pflichtarbeit die Zwangsarbeit als unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung, die unter Androhung einer Strafe ausgeübt wird. Nicht dazu gehören laut Abs. 2 des Übereinkommen: Militärdienst, übliche Bürgerpflichten, Arbeit im Strafvollzug, notwendige Arbeit in Fällen höherer Gewalt und Arbeit, die dem unmittelbaren Wohl der Gemeinschaft dient.[1]
Die ILO schätzt die Anzahl der Personen, die allein in Europa zur Zwangsarbeit gezwungen werden, auf ca. 360.000.Quelle [2] - www.wikipedia.de
Ich schliesse daraus, wenn es dem "Gemeinwohl" dient, damit beispielsweise alle Politiker gute Saläre erhalten und nach wenigen Dienstjahren bereits umfängliche Pensionen bis zum Lebensende bekommen, die gewöhnliche Renten und Pensionen "Normalsterblicher" irreal hoch übersteigen, dann habe ich z.B. für 1 Euro pro Stunde in sogenannten "gemeinnützigen Vereinen" zu arbeiten oder, wie oben beschrieben, in der freien Wirtschaft durchaus auch für weit unter 10 Euro Stundenlohn - und jegliches verbriefte Recht auf Bildung beispielsweise, oder auf die von Politikern unisono viel gepriesene Qualifizierung....auch kurz vor dem Ziel aufzugeben und eben auch die freie Entfaltung meiner Persönlichkeit. Und zum "Gemeinwohl" zählen sich auch die jährlichen Steuerverschwendungen in Milliardenhöhe für unsinnige und/oder nicht fertig gestellte grössere Projekte für das Wohl der Allgemeinheit, nachgewiesen alljährlich über den "Bund der Steuerzahler".
Und ich korrigiere mich. Wahrscheinlich ist es gar keine "Kurzsichtigkeit" des Arbeitsvermittlers, sondern Anweisung von "oben", die er oder sie selbst dumpf zu befolgen hat. Schliesslich muss die Heerschar der Billiglohnkräfte erhalten bleiben, damit die Oberen weiterhin auf deren Schultern ihre hochdotierten Pfründe sichern können und die in den obersten Etagen hübsch verdienen.. Also von wegen Qualifizierung tut not. Ooch: Deutschland muss qualifizierte Menschen aus Drittweltländern einfliegen lassen. Natürlich: Sie sind billiger als Einheimische und in den obersten Rängen freuen sich die Herren und vereinzelt auch Damen, dass ihre Gewine weiter ansteigen.
Weiterbildungsmassnahmen über die Agenturen sind oft nichts weiter als Kurse minderster Qualität, was ich von verschiedensten Betroffenen aus 1. Hand immer wieder gehört habe und in erster Linie dazu da, Arbeitslose aus der Arbeitslosenstatistik wenigstens vorübergehend verschwinden zu lassen. Qualifizierung zum Beispiel auf Hochschulniveau interessiert das Amt nicht, wie man jetzt konkret auch in meinem Fall sieht.
Wo bleibt hier zudem mein Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung nach Artikel 2 Grundgesetz, Abs. 1 und 2, wenn zuletzt doch alles wieder ausgehebelt werden kann? Wachsweiche Gummiparagraphen haben wir im schönen Deutschland; der eine Paragraph hebt den anderen wieder auf nebulöse, schwammige Art und Weise auf; denn durchblicken, dass soll der gewöhnliche Bürger am besten nicht, er soll gehorsam sein und dienen. Daher ist es auch nicht so weit her, mit der Pflicht sowie mit dem Recht auf Bildung und Qualifizierung.
Einfaches Leben (Simple living), auch Freiwillige Einfachheit (Voluntary Simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen. Gelegentlich wird der Lebensstil auch mit dem Akronym „LOVOS“ abgekürzt (engl. „Lifestyle of Voluntary Simplicity“) – in Anlehnung an LOHAS („Lifestyles of Health and Sustainability“), das für einen Lebensstil bewussten und gezielten Konsumierens steht. Das Einfache Leben stellt kein einheitliches Lebensschema dar, sondern führt zu äußerst unterschiedlichen, sehr individuellen Ausprägungen. Die Spanne reicht vom „Total-Aussteiger“ bis zum lediglich konsumkritischen „Normalverbraucher“. Kennzeichnend ist stets eine erhöhte Achtsamkeit und die genauere Beobachtung des eigenen (Konsum)-Verhaltens.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Downshifting
Mal sehen. Im Streitfall ziehe ich vors Sozialgericht. Denn wieder einmal mangelt es mir - Göttin und Lilith sei Dank - an ausreichend "Masochismus", das hinzunehmen. Es ist mein Leben, ich arbeite gerne, bin auch gerne im Kreise von Kollegen aufgehoben bzw. wäre es gerne, aber ich will mein Mitspracherecht dabei anerkannt wissen. Wenn ich mir nichts aus "Plastikramsch" mache, nicht viel aus Fernreisen und aus sonstigen zum Leben nicht notwendigen Konsumgütern, dann ist das doch meine persönliche Sache, wieviel ich verdienen muss, um ohne Behörde zu überleben und auch meine Angelegenheit, wenn ich allenfalls als abhängige Beschäftigte in Teilzeit arbeiten will, so könnte man als mündigeR BürgerIn meinen.
Ist es nur mein Fehler, meine Schuld , dass die meisten Firmen Menschen +50 J. bei uns nicht mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigen wollen, ja viele noch nicht mal in einem mickrigen 400,- Euro-Job? Es sei denn, jemand bietet seine Lebenszeit zum Verkauf von weit unter 10 Euro Stundenlohn auf dem Markt an, Sie wissen schon, das GEMEINWOHL..... Da hörte ich tatsächlich letzte Woche von einer knapp 50jährigen, die jetzt in Oberbayern, im sogenannten 'Speckgürtel' von München, bei extrem hohen Lebenshaltungskosten, für 5,- Euro im Getränkemarkt K..... schwere Träger schleppt und Getränke verkauft. "Mein Gott, ist das eine gute und fleissige Frau", wird mancher denken. Ja schön, dass kann sie sich später dann mal, als kleines Dankeschön auf ihren Grabstein schreiben lassen.
Na, das reicht doch auch, bei 160 Stunden im Monat sind das 800 Euro Monatslohn, wenn sie sich ein Untermietszimmer oder ein Appartement mit max. 25 qm leistet, kann sich doch noch locker leben, nicht wahr. Sie müsste sich doch glücklich schätzen, noch untergekommen zu sein, mit ihrem Makel des Alterseins und niemandem mehr zur Last zu fallen. Das ist Lebensqualität genug, für all diese arbeitslosen arbeitsscheuen? Leute. Da kommt auch ganz rasch Neid auf, von denen, die Arbeit haben, und zwar auch von denen, die schöne und gut bezahlte Erwerbsarbeit haben. Wie gerne würden sie mal morgens länger schlafen, werktags? Tja, nur vergessen sie dabei, dass die Mehrheit aller Arbeitslosen unter ihrem Zustand nicht gerade besonders lebensfroh ist, sehr viele depressiv werden und diese vielen, freien und unausgefüllten Tage und das tägliche Einerlei kaum genießen können.
SANKTIONEN für die Menschen +50 Jahre sehen für die zu alten Arbeitnehmer jetzt wie folgt aus (BINS-Projekt). Und zwar anders als für jüngere Arbeitslose bei Verstoß gegen Auflagen zuerst 10% die Leistungen kürzen, in einem 2. Schritt 30 % und erst im 3. Fall die Leistung 100%ig streichen. Nein, wer sich den Makel zu Schulden kommen lässt, älter als fünfzig Jahre zu sein, der kriegt beim 1. Verstoß jede finanzielle Unterstützung bis auf Miete & Heizkosten (auch schon ausgenommen Stromkosten!), den Rest sofort gestrichen und beim 2. Verstoß schon 100% der Leistung versagt. Und zwar völlig gleichgültig, ob der/die Arbeitsuchende aufgrund eines zuvor befristeten Arbeitsvertrag, wegen Firmeninsolvenz oder sonstwie unverschuldet erwerbslos wurde!
So sieht es aus, wenn die Herren und Damen Politiker sich für "Chancengleichheit" auch für Ältere einsetzen! Entweder sie lassen sich widerstandslos in jedes noch so miese Arbeitsverhältnis reindrängen, auch kurz vor dem Ende einer abgeschlossenen Weiterqualifizierung, wie in meinem Fall und zu wahrscheinlich einem Lohn, der weiterhin dauerhaft abhängig vom Arbeitsamt zwecks notwendiger Aufstockung macht oder die eigene Existenz steht ganz rasch auf der Kippe.
Ich bedaure wirklich, nicht vor einigen Jahren schon nach Schweden oder Norwegen ausgewandert zu sein, denn dort geht man pfleglicher mit dem "Humankapital" um. In skandinavischen Ländern werden auch ältere Arbeitnehmer für ihre erbrachten Arbeitsleistungen anständig beschäftigt, finden noch interessante oder wenigstens leidliche Tätigkeit und werden, obgleich älter, normal bis gut bezahlt. Von "Riesengehältern" traut sich sowieso kaum einer mehr schon ab vierzig Jahre zu träumen. Und denkt daran, jedeR wird älter und jedeR kann in die Sitation des Arbeitslosseins kommen, manchmal schneller als einer vorher denkt.
Übrigens gibt es hinreichende psychologische Untersuchungen, dass lediglich 3 - 4 % der Bevölkerung arbeitsunwillig sind und nicht unter dem Zustand der Arbeitslosigkeit leiden - warum auch immer.
Andererseits, die meisten Arbeitnehmer möchten doch mitreden können, welche Arbeitgeber für sie in Frage kommen, wo und bei wem sie ihre Arbeitskraft gegen Entgelt einbringen möchten und wieviele Wochenstunden Arbeitszeit sie für sich als ausreichend ansehen. Ist das schon zuviel verlangt, ein zu hoher Anspruch? Oder sind wir alle unmündig? Offensichtlich, denn die Bedingungen, andere Menschen auf irgendeine Weise möglichst gewinnbringend ausnutzen zu können, müssen zuerst geschaffen werden , auf vielfältige Art und Weise, z.B. auch mittels Mythenbildung und schlechtem Ansehen.
Wie wäre es, wenn die Damen und Herren Politker dafür sorgen, dass ältere potenzielle Arbeitnehmer, aber nicht nur die, sondern z.B. auch Zeitarbeitnehmer endlich mehr Anerkennung und Wertschätzung erfahren, indem man sie zum Beispiel zu fairen Bedingungen, wozu auch die Bezahlung entscheidend gehört, einstellt?
Ach wozu, lieber den "Schwarzen Peter" all den angeblich völlig unzureichend qualifizierten - und wenn das nicht doch absolut arbeitsunwilligen Arbeitslosen zuschieben. Eine Frau von der Leyen möchte auf alle Fälle lieber im Privatjet fliegen, für den die Flugstunde etwa 4000 Euro kostet anstatt mit einem Bundeswehrhubschrauber für exakt ein Zehntel des Preises. Ihr "Luxusleben" muss erst einmal von all den vielen "Zwangsarbeitern" und "Billigstlohnkräften " in Deutschland erwirtschaftet werden. Ja und auch die in Großstädten oft bis zu locker 300 ansässigen Zeitarbeitsfirmen möchten doch alle gut überleben auf Kosten der "Schnäppchenarbeitnehmer" mit unsicheren Arbeitsverträgen. Da ist es doch gerade ausserordentlich nützlich, wenn potenzielle Arbeitnehmer viele "Fehler", wie z.B. ein Mittleres Alter , haben. Das müssen Sie doch verstehen - und manche tun das sicher auch.
"Ausbeutungsmachanismen" werden immer von vielen Seiten getragen und gestützt, sonst könnten diese nicht so lange ungehindert überleben, in einer Kultur. Und die westliche Welt lebt vor allem von Ausbeutung: die Natur und Rohstoffe betreffend, sog. "Nutz"tiere (in der Landwirtschaft wie im Experiment: auch hier übrigens existieren viele Ausnahmeparagraphen für maximale Nutzung!), indigene Völker, Frauen und ihre sexuelle Attraktion, die Arbeitskraft von Kindern, Zeitarbeits- oder älteren Arbeitnehmern usw.
Wer das anders sieht und vllt. auch unter solchen Bedinungen sein Leben fristet und seine Lebenszeit zum Dumpingpreis verhökert, der ist Masochist (zumindest in Teilen) oder Psychopath, der keinerlei Skrupel besitzt, andere soweit wie möglch auszunutzen, was er auch mit vielen Narzissten in unserer durch und durch narzisstischen Geselleschaft gemeinsam hat. Nur der Psychopath ist noch rücksichtsloser und egozentrischer und fast immer auch 'irgendwo' kriminell. Übrigens, ganz viele Führungskräfte in Deutschland sind komorbid, und weisen eine Mischung aus Narzissmus & Psychopathie auf. Oder was glaubt Ihr, wie man heute so ohne weiteres in dieser Kultur am leichtesten "erfolgreich" wird`?

Sobald ich meine Qualifizierungen auf eigene Kosten, mittels sehr teuerem Kredit und mittels großem Engagement & Eigeninitiative (hoffentlich, hoffentlich! - meine Nerven liegen blank..) bewältigt habe, wandere ich ins Lager der Aktiven über - und zwar in vielen Bereichen, das steht fest. Das Amt bestärkte mich hinsichtlich weiteren Engagements für eine lebenswertere Zukunft mit anderen Werten als sie bisher diese Gesellschaft dominieren.
Ein Wertewandel tut not - und da müssen alle wachen, sensiblen, kämpferischen Seelen mithelfen - ein jedeR nach seiner und ihrer Art, Begabung und Kraft !
Wie sagte GHANDI: Ein Bürgerrechtler muss nicht bloß Widerstand leisten, nicht alles mit sich und seinen Brüdern & Schwestern machen lassen, sondern auch provozieren und muss die Seite, die einen kontrolliert, ebenfalls kontrollieren.
Tja, nun denn, jetzt brauche ich erst einmal einen Beruhigungstee.
Zeitarbeiter haben Chanchen auf neuen Arbeitsplatz
Sorry - habe ich noch nicht erlebt. Aus der Geringverdiener-Falle herauszukommen ist sehr schwer. Ich bin hochqualifiziert und wenn du einen Hilfsarbeiter-Zeitvertrag hast, um wieder mal zu arbeiten - bekommst du einen Hilfsjob angeboten - und den auch nur so bezahlt. was du für einen Qualifizierung hast, spielt keinen Rolle. wenn eine Kunde Hilfsarbeiter anfordert und der Job erfordert schon mindestens eine Qualifizierung ( Beruf, Erfahrung oder Spezialisten-Wissen 9 , wirst du trotzdem nur als Hilfsarbeiter bezahlt. Da überall Tarifverträge ( Zeitarbeit ) bestehen, ist es mit der Gleichstellung mit den Kollegen Essig! Prima ausgehebelt das Gesetz. Und wenn du erst mal als Hilfsarbeiter angefangen hast - guckt dich kein Personaler von besseren Firmen mehr für einen qualifizierten Job an ( Erfahrung). Schönen Dank für diese wundervolle Erfahrung mit der Zeitarbeit 8aber man ist ja froh Arbeit zu haben ( Ich arbeite jetzt Vollzeit und bekomme trotzdem noch Hartz IV. Ich bin übrigens Ingenieur mit Zusatzqualifizierung, Business english, SAP...
Grüsse
Noch zwei Stellungnahmen von Betroffenen zur
Zeitarbeit
Ich habe zurzeit das zweifelhafte Vergnügen als Zeitarbeiter an ein Callcenter ausgeliehen zu sein. Abgesehen von dem kargen Lohn war ich auch gezwungen, der Leihfirma gratis ein zinsfreies Darlehen von einem halben Monatslohn zu gewähren. Die zahlen nämlich erst nach sechs Wochen und dann den Lohn für vier. Wenn man dort aufhört, dann bekommt man zwei Wochen später (s)einen halben Monatslohn. Ich habe jetzt Hartz4 beantragt und nach Auskunft der unabhängigen Arbeitslosenberatung im Vorfeld wird sich sich das tatsächlich richtig lohnen.
Natürlich sinken die Arbeitslosenzahlen unter diesen Bedingungen. Aber das war ja offenbar auch das Ziel. Vor allem wird die Arbeit für die Arbeitgeber deutlich billiger, das war der ursprüngliche Sinn von Hartz4. Eine ganze Generation wird so herangezogen, die auch im Alter, sofern wir das überhaupt erleben, von Almosen leben dürfen. Von privater Vorsorge jeglicher Art brauchen wir gar nicht erst anfangen zu träumen. Das bleibt gar nichts. Von Hoffnung oder gar (persönlicher) Perspektive ganz zu schweigen.
@ anderle
Hallo erstmal! :)
"Allerdings ist für das Amt lediglich entscheidend, dass ihre allmonatliche Arbeitslosenstatistik gedrückt wird. Die Mittel sind im Prinzip egal"
Das triffts. Ja, mehr muss man zu dem Thema nicht sagen. Ich überlege gerade, einen diesen Umständen angepassten "Arbeitsamtsknigge für Besucher" (Arbeitstitel) zu schreiben. Denn da dem Amt die Mittel in vielen Fällen egal sind, kann man als "Kunde" ganz schön unter Druck geraten. Darum dürfte der Knigge sich nicht im Bitte-Danke-Darf-ich-mich-setzen erschöpfen, sondern sollte den verschärften Bedingungen Rechnung tragen.
Ich halte zwar die Chancen auf Festanstellung für noch geringer, wenn du einmal zum Dauerpraktikanten geworden bist- aber ich drücke die Daumen!
Das herrschende Recht
ist immer das Recht der Herrschenden.
An keinem anderen Rechtsgebiet wird das so massenhaft deutlich, wie im Arbeitsrecht.
Völlig unbeeindruckt vom Grundgesetz, das die freie Willensentscheidung des Einzelnen in einer Demokratie zum Grundsatz hat, völlig blind gegenüber dem Sozialgesetzbuch Erstes Buch, welche das Ziel jeglicher Sozialgesetzgebung eben auch in der Garantie der Wahlfreiheit des Arbeitsplatzes sieht, erfinden Zweites und Drittes Buch eben derselben Sozialgesetzgebung den Begriff der Zumutbarkeit.
Dabei geht es um die Entmündigung von Arbeitslosen. Da haben sie nun schon ihren Arbeitsplatz verloren und dann werden sie auch noch mit Entzug eines Grundrechts, des Rechts auf freie Arbeitsplatzwahl, dafür bestraft.
Nicht diese sind mehr Herr ihres Glückes, sondern der vormundschaftliche Staat. Er allein legt fest, was unter Zumutbarkeit zu verstehen ist. Selbst ein Arbeitnehmer, der bei seiner Firma aufhören will und keine Ersatzstelle findet, darf das Menschenrecht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes nicht in Anspruch nehmen, ohne vom Staat in eine noch schlechtere Situation - Sanktionierung - getrieben zu werden. Und dabei gibt es schon lange nicht mehr für alle, die arbeiten wollen, angemessene Arbeit. Freie Wahl heißt immer die Freiheit zu haben, ohne Zwang Ja oder Nein zu sagen.
Menschenrechte nach Auftragslage! Nur der darf noch einen Arbeitsplatz ablehnen, der einen sicher hat.
Ist das wirklich die Demokratie, die wir wollen?
Quelle: http://www.dielinke-in-pirna.de/Angemess.htm
NACHTRAG 17. Februar
Aber: Es gibt ein Entkommen aus solch unwürdigen Verhältnissen !
- versuchen sich - mit dem auch gerne verschwiegenen zusätzlichen monatlichen Einstiegsgeld (175,- Euro im Westen dazu) selbstständig zu machen anstatt ewig AufstockerIn und abhängig vom Amt zu bleiben und seine Lebenszeit zum Billigstpreis zu verkaufen
- eine gute Bekannte bekam über Sprachunterricht als Ehrenamt (mit Aufwandsentschädigung) nun just dort einen festen Arbeitsplatz, in einem Mütterzentrum - Aufwandsentschädigungen z.B. über örtliche Nachbarschaftshilfen (Seniorenbetreuung, Übungsleiter, Kinderbetreuer etc.) dürfen nicht als Einkommen angerechnet werden
- Es gibt Firmen, die mögen kranke Menschen überhaupt nicht, erst recht nicht in der Probezeit. Da kann man bloss hoffen und mit allen Mitteln versuchen, dass man gesund bleibt
- Muss-Arbeitszeit von probater Stelle kürzen lassen - und später, wenn es einem wieder besser geht, nebenher 400 Euro-Job oder Neben-Selbstständigkeit, damit ist man immer noch günstiger dran. Wenn es nicht reicht bzw. nicht von Anfang an klappt, kann immer noch aufgestockt werden.
- beispielsweise indem man Angehörige zu betreuen hat (weil die alt / krank sind)
- Ärztliche Atteste
- vielleicht leidet man selbst z.B. an erheblichem Gelenkverschleiß, dauernden Schwindelattacken etc. und kann daher höchstens 15 Stunden (Minimum, um als ArbeitsloseR zu gelten) oder 20 oder 30 Studen in der Woche arbeiten
- sich mit anderen zusammenschliessen und gemeinsam etwas Tolles auf die Beine stellen, so wie beispielsweise 2 Männer, die seit einiger Zeit Sachbücher für arme Leute schreiben und gewinnbringend publizieren;
- gemeinsam 1 Verein gründen - auch das kann viele geldwerte Vorteile haben, vom Zugewinn an Selbstbewusstsein gar nicht zu reden
Ich für mich habe eine brauchbare Lösung entdeckt - nach langem panischen Nachdenken - und noch ist Zeit zum Studieren. Deswegen werde ich jetzt flugs dieses Posting beenden. Gebt euch nicht geschlagen, gebt nicht auf ! Und gebt euch nicht mit weniger zufrieden!